Warum körperliche Ertüchtigung sinnvoll ist
Bewusste Bewegung kann den Alltag ausgleichen, den Koerper staerken und das Wohlbefinden unterstuetzen. Das gilt auch dann, wenn man bereits einen koerperlich anstrengenden Beruf hat.
Inhalt
Warum Arbeit Sport nicht vollständig ersetzt
Koerperliche Arbeit kann muede machen, trainiert den Koerper aber oft nicht ausgewogen. Arbeit belastet haeufig einseitig: Man hebt, traegt, steht lange, arbeitet in Zwangshaltungen oder wiederholt dieselben Bewegungen.
Bei der Arbeit entscheidet meistens nicht der Koerper, was gerade gut waere, sondern die Aufgabe. Pausen, Bewegungswechsel, saubere Technik und Erholung kommen dabei oft zu kurz.
- Langes Stehen trainiert nicht automatisch die Rumpfmuskulatur.
- Viel Heben ist nicht automatisch gelenkschonende Bewegung.
- Viel Laufen dehnt oder kraeftigt nicht automatisch ueberlastete Muskelgruppen.
- Koerperliche Arbeit ersetzt nicht gezielte Beweglichkeit, Ausdauer, Gleichgewicht oder Kraft.
In der Forschung wird dieser Unterschied manchmal als Physical-Activity-Paradox beschrieben: Freizeitbewegung wirkt haeufig gesundheitsfoerdernd, koerperliche Arbeit hat aber nicht automatisch dieselben positiven Effekte.
Zurueck zum InhaltWas 20 bis 40 Minuten am Tag bringen können
20 bis 40 Minuten taeglich sind ein realistischer Rahmen, um den Koerper bewusst zu pflegen. Es geht nicht um Hoechstleistungen, sondern um Bewegung, Mobilisation, Kraeftigung, Entspannung und bessere Koerperwahrnehmung.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten moderate Ausdauerbewegung oder entsprechend weniger intensive Bewegung. Ausserdem empfiehlt sie muskelkraeftigende Aktivitaet an mindestens zwei Tagen pro Woche. Gleichzeitig gilt: Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung.
Zurueck zum InhaltMögliche gesundheitliche Effekte
Regelmaessige koerperliche Aktivitaet kann Herz und Kreislauf unterstuetzen, Muskeln und Knochen staerken und den Stoffwechsel verbessern. Sie kann ausserdem helfen, das Risiko fuer bestimmte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes zu senken.
Auch seelisches Wohlbefinden kann profitieren: Bewegung kann helfen, Stress abzubauen, depressive Beschwerden und Aengste zu lindern und sich insgesamt stabiler zu fuehlen.
Beim Thema Krebs gibt es Hinweise auf einen positiven Zusammenhang. Wichtig ist aber: Bewegung verhindert Krebs nicht sicher. Gemeint ist vielmehr, dass regelmaessige koerperliche Aktivitaet das Risiko fuer bestimmte Krebsarten verringern kann. Bewegung ersetzt keine Vorsorgeuntersuchungen und ist kein sicherer Schutz vor Krebs.
Zurueck zum InhaltDie Art der Bewegung ist weniger wichtig als die Regelmässigkeit
Grundsaetzlich ist nicht entscheidend, welche Art von koerperlicher Ertuechtigung ausgeuebt wird. Wichtig ist, dass sie regelmaessig stattfindet, zum Menschen passt und nicht zusaetzlich ueberfordert.
- Spazierengehen oder zuegiges Gehen
- leichtes Krafttraining mit dem eigenen Koerpergewicht
- Dehn- und Beweglichkeitsuebungen
- Radfahren
- Schwimmen
- Tanzen
- Yoga oder ruhige Gymnastik
- Uebungen fuer Gleichgewicht und Koordination
Nach einer sehr schweren Arbeitsschicht kann eine ruhige Einheit sinnvoller sein als hartes Training. An einem leichteren Tag darf es auch etwas kraeftigender sein. Der Koerper braucht Belastung, aber auch Erholung.
Zurueck zum InhaltEinfach gesagt
Koerperliche Arbeit ist nicht automatisch gesundes Training. Sie ist oft einseitig, fremdbestimmt und belastend. Bewusste koerperliche Ertuechtigung ist dagegen gezielt, ausgleichend und dosierbar.
Wer sich taeglich 20 bis 40 Minuten mit seinem Koerper beschaeftigt, investiert in Gesundheit, Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Koerpergefuehl und seelisches Wohlbefinden. Es muss nicht perfekt sein und auch keine bestimmte Sportart. Wichtig ist, anzufangen, dranzubleiben und eine Bewegungsform zu waehlen, die zum eigenen Alltag passt.
Zurueck zum InhaltQuellenbasis
Die Inhalte orientieren sich an Informationen der Weltgesundheitsorganisation, den WHO-Guidelines zu koerperlicher Aktivitaet, CDC Adult Activity Guidelines, der Bundesanstalt fuer Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Holtermann et al. zum Physical-Activity-Paradox, dem World Cancer Research Fund sowie dem National Cancer Institute.
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